Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten bei Hunden


Allergien beim Hund

Nahrungsmittelallergien sind nach Allergien auf Flohbisse und Atopien (Inhalationsallergien) die dritthäufigste Ursache von Allergien, die Juckreiz und Kratzspuren bei Hunden auslösen. Der Sensibilisierungsprozess auf ein bestimmtes Mittel im Essen und die komplexe Reaktion mit Antikörpern, die im Verdauungssystem eines Hundes mit einer Nahrungsmittelallergien stattfinden, können bislang, ähnlich wie beim Menschen, noch nicht vollständig erklärt werden, doch Tierärzte haben gelernt, wie sich diese Allergien identifizieren, diagnostizieren und recht erfolgreich behandeln lassen.

Nahrungsmittelallergien können plötzlich und zu jeder Zeit im Leben eines Hundes auftreten.

Nahrungsmittelallergie vs. Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die bei Hunden auftreten können. Eine Nahrungsmittelallergie ist bezeichnend für eine echte allergische Reaktion auf etwas, das Juckreiz und Hautveränderungen nach sich zieht, wohingegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu Durchfall und/oder Erbrechen führen, aber keine typische allergische Reaktion hervorrufen. Auch wenn ein Unterschied existiert, können sowohl Nahrungsmittelallergien als auch Unverträglichkeiten bewältigt und beseitigt werden.

Häufige Übeltäter im Futter

Studien zeigen, dass einige Inhaltsstoffe im Hundefutter eher allergische Reaktionen hervorrufen als andere und dass die häufigsten Übeltäter oft die Hauptbestandteile des Hundefutters sind, darunter Rindfleisch, Milchprodukte, Huhn, Lamm, Fisch, Eier, Mais, Weizen und Soja.

Allergiesymptome

Während es schwierig ist, Nahrungsmittelallergien von anderen Allergien wie Atopien nur auf der Basis von körperlichen Anzeichen zu unterscheiden, gibt es einige wenige Signale, die möglicherweise zeigen, dass Ihr Hund unter einer Nahrungsmittelallergie leidet, wie Juckreiz an den Füßen, Beinen, Achselhöhlen, am After und im Bereich des Gesichts. Andere Symptome können übermäßiges Kratzen sein, das zu Haarausfall, entzündeten Stellen, Infektionen der Haut sowie chronischen und wiederkehrenden Ohrenentzündungen führt. Bei Ihrem Hund kann im Falle einer Nahrungsmittelallergie ebenfalls erhöhter Stuhlgang auftreten, und er muss, anstatt der Norm von 1,5-mal entsprechend, dreimal oder öfter am Tag sein Häufchen machen.

Ein weiterer Hinweis auf eine Nahrungsmittelallergie ist, dass Nahrungsmittelallergien das ganze Jahr über auftreten können und nicht saisonal bedingt sind wie andere Allergien.

Diagnose

Um eine korrekte Diagnose einer Nahrungsmittelallergie zu stellen, müssen zuerst alle anderen Allergien ausgeschlossen werden, da viele Symptome bei Ihrem Hund auftreten können, die denen wie oben beschriebenen sehr ähnlich sind. Sobald Allergien auf Flohbisse, Atopien, Hefe- und bakterielle Infektionen sowie Tierräude ausgeschlossen und/oder behandelt werden konnten und Ihr Hund immer noch allergische Symptome zeigt, kann es Zeit für eine systematische Futtergabe sein.

Systematische Futtergabe und Ausschlussdiäten

Eine systematische Futtergabe bedeutet, dass Ihrem Hund über einen Zeitraum von mindestens zwölf Wochen eine Eiweiß- und Kohlenhydratquelle gefüttert wird, die er oder sie noch nie zuvor gefressen hat. In der Vergangenheit empfahlen Tierärzte eine 3-wöchige Probezeit, aber die jüngsten Studien zeigen, dass nur 26% der Hunde mit einer Nahrungsmittelallergie bis zum 21. Tag der systematischen Futtergabe eine Veränderung zeigen, die Mehrheit jedoch erst in einem Zeitraum von 12 Wochen.

Ob Sie den natürlicheren Weg gehen und Ihrem Hund die Mahlzeiten selbst bereiten oder sich für eine bequemere und leichter verfügbare, kommerzielle Diät entscheiden, die aus "limitierten Antigenen" oder "hydrolisierten Proteinen" besteht - eine systematische Futtergabe erfordert immer Ihren vollen Einsatz. Das Futter muss das einzige sein, das Ihr Hund für die Dauer der Probezeit frisst - das bedeutet keine Leckereien, Essensreste oder Rohleder zum Kauen und auch keine aromatisierten Medikamente. Sie müssen ebenfalls sicherstellen, dass Ihr Hund keinen Zugang zu alternativen Nahrungsquellen und nicht einmal Müllsäcken während dieser Zeit hat.

Wenn Ihr Hund eine deutliche Reduzierung oder völliges Ausbleiben der Symptome während oder nach Ablauf der Probezeit zeigt, dann ist es wichtig, ihn oder sie wieder auf ihre ursprüngliche Ernährung umzustellen, um die Diagnose zu bestätigen. Wenn die Symptome nach dem Verzehr des ursprünglichen Futters zurückkehren, kann die Nahrungsmittelallergie bestätigt werden.

Was ist mit Bluttests?

Es gibt keine konkreten Beweise dafür, dass Bluttests ein sicheres Werkzeug zur Diagnose von Nahrungsmittelallergien sind, und viele Tierärzte behaupten, dass der einzige Weg, um mit absoluter Sicherheit zu sagen, ob Ihr Hund an einer Nahrungsmittelallergie leidet, die systematische Futtergabe oder die Ausschlussdiät ist. Um beste Ergebnisse zu erhalten, sparen Sie daher das Geld für diese Tests und investieren Sie lieber Zeit und Mühe in die systematische Futtergabe.

Behandlung

Da Antihistaminika, Steroide und Fettsäureergänzungen Ihrem vierbeinigen Freund nur kurzfristig Erleichterung verschaffen können, ist die einzig brauchbare Behandlung, die Ihr Hund bei einer Nahrungsmittelallergie bekommen sollte, die Nahrungsmittel, die Allergien auslösen, ganz zu vermeiden. Auslöser für Allergien in den Nahrungsquellen und/oder Inhaltsstoffen können über die systematische Fütterung identifiziert und beseitigt werden.

Wieder haben Sie die Wahl, Ihrem Hund ein kommerziell hergestelltes Diätfutter oder selbstgemachtes Futter zu geben, je nachdem was das Beste für Sie und Ihr Haustier ist. Selbstgemachtes Futter hat den Vorteil, dass Sie die Zutaten kontrollieren und die Fütterung Ihres Hundes umfassend variieren können, um zu bestimmen, welche Nahrungsmittel allergische Reaktionen hervorrufen. Sie sollten jedoch immer auch einen Tierarzt konsultieren und mit diesem zusammenarbeiten, um eine abwechslungsreiche Ernährung gewährleisten zu können, die frei von Allergenen und Lebensmitteln ist, die Reaktionen bei Ihrem Hund verursachen, und gleichzeitig ausgewogen ist und alle notwendigen Vitamine, Mineralien etc. in den richtigen Mengen bietet.

Bedenken Sie immer, dass Hunde erneut Allergien bei neuen Nahrungsquellen entwickeln können, wenn ausschließlich dieses Futter über einen langen Zeitraum gefüttert wurde. Wenn also nach einer langen Zeit bei Ihrem Hund erneut die Symptome einer Nahrungsmittelallergie auftreten, suchen Sie Ihren Tierarzt auf.