Die Angaben auf Hundefutterverpackungen richtig deuten


Hundefutter selbst zubereiten

Gelegentlich können sich für die meisten von uns das bestehende Wirrwarr an Hundefutterzutaten, das Verständnis der Angaben auf Hundefutterverpackungen und die adäquate Ernährung unseres Hundes als große Herausforderung erweisen. Neuartige Begriffe wie "glutenfrei", "Nahrungsergänzungsmittel", "Rinderaroma" u. ä. treten immer häufiger in Erscheinung, weswegen die Einschätzung, welche davon dem Hund zuträglich sind, und welche besser zu vermeiden sind bzw. lediglich zu Marketingzwecken hinzugefügt werden, mitunter schwierig sein kann.

Unter Berücksichtigung von Ratschlägen führender Tierärzte werden wir im Folgenden Unklarheiten bei Hinweisen auf Futterverpackungen beseitigen und Ihnen erläutern, was die häufigsten Angaben im Einzelnen aussagen. Auf diese Weise werden Sie für den nächsten Futterkauf für Ihren Hund bestens unterrichtet sein.

1. Analysewerte

Die Angabe von Analysewerten ist in Deutschland zwar üblich, gesetzlich jedoch nicht vorgeschrieben. Werden Analysewerte angegeben, sind sie aber verbindlich und geben etwa Aufschluss über das Zusammensetzungsverhältnis von Eiweiß, Ballaststoffen, Fett und Wasseranteilen. Bedenken Sie stets, dass Nass- und Trockenfutter unter unterschiedlichen Voraussetzungen kategorisiert werden, so dass 9% Eiweiß in Dosenfutter nicht 9% Eiweiß in Trockenfutter entspricht. Nass- bzw. Dosenfutter für Hunde enthalten rund 75-78% Feuchtigkeit, Trockenfutter hingegen lediglich 10-12%, weswegen der Eiweißanteil in Nassfutter zwangsläufig geringer ist.

Dies bedeutet, dass Sie Nassfutter rechnerisch in Trockenmasse umwandeln müssen, um einen fairen Vergleich zwischen den beiden ziehen zu können. Dies tun Sie, indem Sie den angegebenen Eiweißanteil (9%) durch den Gesamtanteil an Trockenmasse (25%) dividieren und das Ergebnis mit 100 multiplizieren, woraus sich ein Eiweißanteil von 36% in der Trockenmasse ergibt. Sie können jedoch auch einfach Ihren Tierarzt um eine übersichtliche Darstellung hierzu bitten.

2. Altersangaben

Hundefutter wird üblicherweise nach Körpergröße oder Lebensalter Ihres Hundes kategorisiert. Dies geschieht, um eine bedarfsgerechte Aufnahme von Nährstoffen und Kalorien durch Ihren Hund zu gewährleisten. Ist ein Futtermittel für große Hunde vorgesehen, ist es für kleine Hunde wie Yorkshire Terrier oder Chihuahuas auf Grund des höheren Kaloriengehalts eher ungeeignet, da es zu Fettleibigkeit führt und außerdem Zutaten enthält, die Erkrankungsgefahr speziell bei großen Hunden reduzieren sollen. Entscheiden Sie sich stets für Hundefutter, das auf das Alter und die Körpergröße Ihres Hundes zugeschnitten ist.

3. Allergene

Sollte Ihr Hund gegenüber bestimmten Zutaten eine Allergie vorweisen, halten Sie auf den Verpackungsinformationen danach Ausschau. Gewöhnliche Allergene wie Weizen oder Milchprodukte sollten auf der Verpackung angegeben sein, vor allem, falls der Vermerk "glutenfrei" oder "frei von Weizen" darauf abgedruckt ist. Sollten dennoch Zweifel bestehen, prüfen Sie stets die Zutatenliste, bevor Sie den Kauf tätigen.

4. Eiweißquellen

Wie Sie möglicherweise bereits wissen, werden Zutaten in der Reihenfolge ihres Gewichts aufgelistet, wobei die schwersten an oberster Stelle genannt werden. Dies bedeutet, dass Proteinquellen wie Rind, Lamm, Huhn und Fisch bereits unter den ersten Zutaten genannt werden sollten, um sicherzustellen, dass Ihr Hund ausreichend davon zur Verfügung hat. Überraschenderweise bietet beispielsweise Trockenfutter aus Hühnerfleisch mehr Eiweiß als etwa das entsprechende Frischfleisch, welches zu 80% aus Wasser besteht. Dies gilt auch für andere Proteinquellen, lassen Sie sich von Trockenfutter also nicht abschrecken. Sofern die genannten Proteinquellen zuvorderst in der Zutatenliste aufgeführt sind, können Sie sicher sein, dass der Eiweißbedarf Ihres Hundes ausreichend gedeckt ist.

5. Geschmacksverstärker

Geschmacksverstärker kommen zum Einsatz, um Ihrem Hund das Futter schmackhaft zu machen. Bei ausreichenden Anteilen an Eiweiß sind Geschmacksverstärker allerdings unnötig. Überzeugen Sie sich stets davon, dass Proteinquellen in der Zutatenliste des Hundefutters zuvorderst angegeben sind, denn so stellen Sie sicher, dass Geschmacksverstärker nicht einfach eingesetzt wurden, um etwa einen hohen Getreidegehalt zu maskieren. Achten Sie auch darauf, dass im Falle der Zugabe von Geschmacksverstärkern diese spezifisch benannt werden, etwa "Lammaroma" anstatt der verallgemeinernden Angabe "Fleischaroma", da dies konkreteren Aufschluss über die Herkunft der Zutaten gibt.

6. Portionierung

Auf der Verpackung von wertigem Hundefutter sollten stets Empfehlungen zu Portionierung und Tagesbedarf angegeben sein. Diese sind eine gute Orientierungshilfe für die Fütterung eines normalen, gesunden und aktiven Hund. Sollten Sie feststellen, dass Ihr Hund übermäßig an Gewicht zulegt oder aber nicht ausreichend Nährstoffe erhält und abgemagert erscheint, befragen Sie Ihren Tierarzt bezüglich der angemessenen und bedarfsgerechten Portionierung des Futters.

7. Natürliches Futter und Bio-Futter

Hundefutter mit der Bezeichnung "natürlich" enthält alle Zutaten in ihrer ursprünglichen Form, ohne dass diese etwa chemisch verändert worden wären. Seien Sie vorsichtig mit Hundefutter, das als "ganzheitlich" deklariert ist, da hierfür keine rechtliche Definition existiert und sich diese Bezeichnung möglicherweise nur als ein geschickter Marketingtrick erweist. Sollten Sie nach biologisch erzeugtem Futter Ausschau halten, stellen Sie sicher, dass auf der Verpackung ein entsprechendes Bio-Siegel aufgedruckt ist, ganz so, wie Sie auch mit Ihren eigenen Lebensmitteln verfahren würden.

Bei den gesetzlichen Richtlinien unterliegt Hundefutter denselben Bestimmungen wie andere Lebensmittel auch. Der EG-Öko-Verordnung zufolge muss zertifiziertes Bio-Hundefutter zu mindestens 95% aus biologisch erzeugten Zutaten bestehen, ausgenommen Wasser und Salz. Bei Hundefutter, das nur zum Teil Bio-Zutaten enthält, steht es dem Hersteller frei, in der Zutatenliste den Begriff "Bio" zu verwenden, auf ein Bio-Siegel muss er jedoch verzichten.

8. Verbindliche Nährstoffangaben

Achten Sie bei Hundefutter stets darauf, dass der Mindestbedarf an Nährstoffen für Ihren Hund enthalten ist. Hochwertige Marken unterziehen ihre Produkte in der Regel einer Analyse im Labor, um hierzu für Sie detaillierte und verlässliche Angaben auf der Verpackung abdrucken zu können. Mithilfe dieser Informationen können Sie die Ernährung Ihres Hundes optimal abstimmen.

9. Nehmen Sie sich in Acht vor Nahrungsergänzungsmitteln

Futtermittel, die als "ergänzend" ausgewiesen sind, entsprechen keinesfalls einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung. Falls Ihr Hund solche nicht von Ihrem Tierarzt verschrieben bekommen hat, sollten Sie Ihren Hund nicht über längere Zeiträume damit füttern, da Nahrungsergänzungsmittel nicht den vollwertigen Kalorien- und Nährstoffgehalt aufweisen, den Ihr Hund für fortdauerndes Wohlbefinden benötigt.